Vortragsredner Roman Kmenta über Preisschild Preispsychologie

6 absolut erstaunliche Strategien für profitable Preisschilder

Wie Sie Ihre Preisschilder mittels Preispsychologie effektiv gestalten und deutlich mehr verdienen

„Ein Preisschild ist nur ein Zettel mit Zahlen drauf!“ Wer das denkt liegt schwer daneben. Preisschilder sind stumme Verkäufer, die dem Kunden sehr viel mehr als nur den Preis als Zahl mitteilen. Besonders in klassischen Einzelhandelssituationen, wo Verkäufer manchmal nur schwer oder nicht verfügbar sind, haben sie daher eine besondere Bedeutung. Aber auch online gibt es so etwas wie Preisschilder und auch keine Verkäufer. Und ob der Preis hoch oder niedrig wirkt (nicht IST wohlgemerkt), hängt in all diesen Situationen stark davon ab ob das Preisschild psychomathematisch® effektiv gestaltet wird.

Der Preisschild Tipp, den jeder kennt

„Reduzieren sie die linke Zahl um 1!“ Das ist der wohl bekannteste Tipp aus der Preispsychologie, der sich auch wunderbar für Preisschilder anwenden lässt. Das bedeutet statt 201 € – 199 € zu verlangen. Oder statt 2.500 € nur 2.499 €. Doch strenggenommen wird dabei ja der Preis am Preisschild tatsächlich reduziert, wenngleich nur wenig. Der preispsychologische Effekt der Preisreduktion ist dabei sehr viel größer als der tatsächliche Nachlass.

Den Preis niedriger wirken lassen, obwohl er gleich bleibt

Noch sehr viel spannender sind die folgenden 5 Tipps aus der Preispsychologie. Spannender deshalb, weil dabei der Preis am Preisschild unverändert bleibt und trotzdem niedriger wirkt. Wie geht das? Dieser Effekt beruht auf verschiedensten psychomathematischen Phänomenen, die sich in der verhaltenspsychologischen Forschung gezeigt haben:

  • Die Einschätzung, ob ein Preis hoch oder niedrig ist sehr individuell und entsteht durch Vergleich. Den Vergleich mit anderen Produkten, anderen Preisen, ganz allgemein anderen Zahlen oder dem Budget des Kunden.
  • Unsere Wahrnehmung folgt langjährig gelernten und hochgradig unbewussten Mustern und Abläufen. Diese steuern dann unsere Preiswahrnehmung.
  • Auch das Priming, eine Art der unbewussten Beeinflussung unserer Wahrnehmung und unserer Denk- und Entscheidungsprozesse, trägt zur Wirksamkeit dieser phänomenalen preispsychologischen Effekte bei.

Den Preis niedriger wirken lassen, obwohl er gleich bleibt!

 

 

6 absolut erstaunliche Tipps für profitable Preisschilder

Die Strategien beziehen sich sowohl auf klassische Preisschilder (die direkt am Produkt angebracht werden), als auch auf Preisnennungen, die ähnlich einem Preisschild gestaltet sind, wie man sie auf Webseiten oder in Auslagen (eines Reisebüros oder einer Versicherungsagentur etwa) findet.

1. Herunterbrechen

Nennen Sie auf dem Preisschild zusätzlich auch einen auf eine kleine Einheit des Produktes bzw. der Dienstleistung heruntergebrochenen Betrag.

Diese Vorgehensweise eignet sich besonders gut bei Produkte, die in größeren Mengen oder Packungseinheiten gekauft oder solchen, die über längere Zeiträume genutzt werden.

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Preisschild Beispiele

Seien sie gewarnt. Unter den Beispielen finden sie in paar naheliegende, aber auch, bewußt gewählt um Ideen anzuregen, einige ungewöhnliche bis gewagte.

  • Autohandel: Preis pro Tag (von der Leasingrate berechnet, bzw. bei Barzahlung auf eine hypothetische Nutzungsdauer kalkuliert)
  • Versicherung: Prämie pro Tag
  • Fenster: Preis pro Tag oder Monat auf z.B. eine 20jährige Garantiezeit gerechnet, wie sie von einigen Herstellern geboten wird
  • Architekt: Preis pro m2 Nutzfläche
  • Urlaub: Preis pro Tag (vom Komplettpaket oder auch nur vom Hotel)
  • Lehrgänge oder Ausbildungen: Preis pro Tag bzw. ggfs. auch pro Lehreinheit / Stunde
  • Mietwagen: Preis pro Stunde (Preis pro Tag ist bereits Usus)
  • Lebensmittel, die in kg verkauft werden: Preis pro Stück (z.B. Äpfel, Bananen, Orangen) bzw. auch Preis pro 100 Gramm (Tomaten, Mehl) oder auch pro Gramm bei Lebensmitteln, die typischerweise in kleinen Mengen über den Ladentisch gehen
  • Webseiten: Preis pro Unterseite
  • Inhouse Seminare in Firmen: Preis pro Teilnehmer

Der heruntergebrochene, kleingemachte Preis, auch wenn er für eine kleinere Einheit ist, vergünstigt den Eindruck des Produktes.

2. Platzierung am Preisschild

Platzieren sie Preise links unten am Preisschild.

Wir sind es gewohnt von links nach rechts in aufsteigender Reihenfolge zu lesen. Gleichzeitig stellen wir Umsatzkurven oder Börsenkurse so dar, dass sich links unten im Diagramm oft der niedrigste Wert befindet. Diesem Muster folgend interpretieren wir Zahlen, die links unten stehen unbewusst und somit hochgradig automatisch als niedriger, solche rechts oben als höher.

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3. Wortwahl

Verwenden sie Worte wie: niedrig, gering, sparsam, -sparend, reduziert, verringert oder wenig …. aber nicht auf den Preis bezogen

Auf manchen Preisschildern findet sich noch Platz für ein wenig Text. „Für höchste Zufriedenheit“ kann da z.B. stehen. Das ist zwar gut gemeint, löst aber unterbewusst eine falsche Assoziation – nämlich „hoch“ – aus. Profitabler ist es, Assoziationen auszulösen, die auf einen niedrigen Preis schließen lassen.

Dabei geht es allerdings nicht darum den Preis selbst als niedrig zu bezeichnen, das ist für meinen Geschmack oft etwas zu direkt und „platt“, wenngleich es eingesetzt wird und auch wirkt. Vielmehr funktioniert diese Assoziation durch den Mechanismus des Priming auch dann, wenn es bei dem Text um das Produkt, oder sogar etwas ganz anderes geht. Es genügt die räumliche Nähe (eben am Preisschild, oder theoretisch auch gleich daneben, darüber etc.) zum Preis.

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Preisschild Beispiele

Folgende Ausdrücke könnten Sie z.B. verwenden

  • Bei Elektrogeräten: Niedrigster Stromverbrauch, stromsparend
  • Bei Autos: Geringer Verbrauch, sparsam, spritsparend
  • Bei Gebrauchtwagen: Nur wenige Kilometer
  • Bei Speisen oder Getränken: Wenige Kalorien
  • Bei Fenstern: Niedrige Wärmeabgabe
  • Bei Versicherungen oder Kapitalanlagen: Geringste Gebühren in der Branche
  • Bei Immobilien: Wenige Meter zur U-Bahn
  • Bei Gebrauchtwaren: Nur wenig benutzt, wenig getragen
  • Bei Kleidung: Auch kleine Größen erhältlich
  • Bei Seminaren: Auch für kleinste Gruppen möglich
  • Bei Restaurants: Nur wenige Meter zum Genuss
  • Bei Beratern: Kurzfristige Terminvereinbarung möglich

 

4. Währungssymbole

Lassen Sie die Währungssymbole am Preisschild weg

In Studien hat es sich gezeigt, dass die Ausgabefreudigkeit der Kunden steigt, wenn Währungssymbole bei Preisen weggelassen werden. Zusätzlich gibt es einen Effekt in dieselbe Richtung beim Weglassen des Tausender Punktes.Vortragsredner Roman Kmenta über Preisschild Preispsychologie

5. Höherpreisige Produkte

Erwähnen Sie auf demselben Preisschild auch höherpreisige Produkte

Dieser Tipps widerspricht scheinbar Tipp Nr. 1, zeigt aber dennoch Wirkung. Durch den Vergleich mit einem zwar anderen (idealerweise aus derselben Produktkategorie stammenden), aber (deutlich) höherpreisigen Produkt, wirkt der Preis auf dem Preisschild intuitiv viel niedriger.

 

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6. Discount Farben verwenden

Verwenden Sie Rot und Gelb als Farben auf dem Preisschild

Die sechste und letzte Strategie arbeitet damit, dass wir bestimmt Farben fest mit bestimmten Botschaften assoziiert haben. Rot und Gelb sind so, wenn es um Preise geht, fix mit Discount, Niedrigpreis und Rabatten verbunden. Auch wenn der Preis nicht rabattiert ist, bleibt die Assoziation im Kopf des Kunden trotzdem aufrecht. Dabei muss man sich allerdings bewusst sein, dass man möglicherweise das Produkt bzw. die Dienstleistung abwertet, wenn man das Preisschild derart gestaltet.

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Zugegeben, gerade bei Immobilien ist diese Preisschild Gestaltung ein ungewöhnlicher Zugang, der auch mit viel Fingerspitzengefühl gewählt werden muss.

 

Diese sechs Varianten lassen sich natürlich auch gut kombinieren, was ich teilweise in den Beispielen bereits gemacht habe.

Konsequent eingesetzt bringen Ihnen diese Tipps mehr Geschäft, mehr Umsatz und vor allem auch mehr Gewinn und das beim selben Aufwand. Viel Erfolg beim Ausprobieren. Ich freue mich über Praxisberichte und Fotos. Gerne poste ich diese dann auch auf meinen Kanälen.

Für mehr psychomathematische und praktische Tipps und Informationen „für Ihr Business ohne Preisdruck“ erhalten Sie im regelmäßigen „Quantensprung Magazin“ – dem Mehrwertmagazin für Marketing und Verkauf.

Viel Erfolg beim Umsetzen,

Ihr

Keynote Speaker Roman Kmenta

Roman Kmenta

 

Autor und Keynote Speaker

Referent, Vortragsredner Roman Kmenta

Mag. Roman Kmenta ist als Keynote Speaker und Redner in international tätig. Er berät Unternehmen und Unternehmer zu den Themen Verkaufs- und Marketingstrategien für höhere Preise, Honorare und Deckungsbeiträge.
Roman Kmenta folgen auf Facebook, Twitter, XING, Google+, LinkedIn

Fotos: www.fotolia.de, Roman Kmenta

4 Kommentare
  1. Günter Heini says:

    Sehr interessanter Artikel. Da werde ich in Zukunft viel mehr darauf achten, wie ich auf Preisangaben reagiere. Worauf ich reagiere: Wenn ein Preis durchgestrichen und durch einen günstigeren Preis ersetzt wurde. Das gibt mir das Gefühl ich würde Geld sparen. In vielen Fällen ist das jedoch gar nicht, weil ich ja gar nicht weiß, ob der durchgestrichene Preis tatsächlich der ehemalige Preis war.

    Antworten
  2. Wilfried Gerhard says:

    Hallo Roman Kmenta,
    Danke!
    Sehr interessant! Und mit grosser Wahrscheinlichkeit sehr effizient!
    So, also ich probiere es gleich aus.

    Sonnige Grüsse von meiner Insel Tenerife
    Wilfried Gerhard

    Antworten

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