Preisstrategien Blog Roman Kmenta

Die 5 kreativsten, dümmsten und humorvollsten Preisstrategien

Fußballtore, Freundlichkeit und Körpergewicht als Pricing Faktoren

Preise werden – je nach Produkt, Dienstleistung oder Branche – immer auf dieselbe Art und Weise festgelegt. Burger pro Stück, Äpfel pro Kilogramm, Hotel pro Tag und z.B. meine Dienste als Referent und Keynote Speaker pro Auftritt. Aber das muss nicht so sein. Nachfolgend habe ich 5 der kreativsten und – manchmal ungewollt – humorvollsten Preisstrategien für Sie gesammelt.

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1. Pricing für mathematisch Unbegabte

Ein ganz schlauer Fitnessunternehmer hat offenbar gelernt, dass im Marketing der Schein oft viel stärker wirkt als Zahlen, Daten und Fakten. Warum also nicht etwas einfach nur wie eine Preisaktion aussehen lassen? Man muss ja nicht wirklich Rabatt geben für das 18 Monatspackage, oder? Ist ja auch viel profitabler so! Unternehmerisch schlau gedacht. Wahrscheinlich hat er die Mühe mit einkalkuliert, die es verursacht den gesamten Betrag schon im Voraus zu erhalten und wieder investieren oder ausgeben zu müssen. Das ist ja mit € 10 pro Monat auch viel einfacher. Dafür gibt es einen Preisaufschlag.

Wie gut es funktioniert? Es ist ja bekannt, dass es viele Kunden gibt, die sich mit Mathematik schwer tun. Ich werde demnächst ein Seminar anbieten: „Preispsychologie für Kunden“ zum Preis von € 499 pro Person. Im Doppelpack ist der Preis dann nur € 1.199.

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2. Torabhängiges Pricing

Aus der Sicht eines Marketing Experten betrachtet war die Idee ja nicht ganz blöd. Man macht einen Rabatt abhängig von der Anzahl der Tore, die die deutsche Mannschaft im Rahmen der WM schießt (siehe dazu auch mein Blog Artikel „Warum Preispsychologie entscheidet wer Fußballweltmeister wird“). Den Preisnachlass gibt es dann jeweils am nächsten Tag und zwar 10 % Rabatt pro Tor. Da hat man die Statistik herangezogen und gesehen, dass meist 1, 2 oder 3 Tore geschossen werden. Und ein Rabatt von 20 % oder 30 % ist im Gartencenter offenbar verkraftbar.

Die Rechnung wurde allerdings ohne den brasilianischen Wirt gemacht. Die Kunden des Gartencenters haben sich nach dem 7:1 gegen Brasilien so nicht nur über den Sieg der deutschen Mannschaft, sondern auch über einen satten Preisnachlass von 70 % gefreut. Man hätte den Rabatt natürlich auch nach oben limitieren können, aber was soll es … „No risk, no fun!“ Ich kann mir vorstellen, dass die Verantwortlichen für diese Aktion einen spannenden Fußballabend hatten. Ob sie jetzt noch einen Job haben entzieht sich meiner Kenntnis.

Zur Nachahmung ist diese Marketing Idee allerdings nur für Länder wie Liechtenstein, Luxemburg oder Canada empfohlen, sofern der Gegner zumindest einer der WM Viertelfinalteilnehmer ist. Aber selbst da – siehe Brasilien – bleibt ein gewisses Restrisiko. Für mich als Österreicher ist das eine super Sache. Komplett risikofrei. Als Referent und Keynote Speaker plane schon ähnliche Preisstrategien für meine Vorträge, Trainings und Seminare nach den nächsten Ländermatches.

… übrigens: Speziell (aber nicht nur) für alle Arten von Beratern, Trainern und Coaches gibt es eine Menge Tipps zum Thema Preisstrategien und höhere Honorare im E-Book:

„Der Business Quantensprung – Als selbstständiger Dienstleister sechsstellig verdienen“

ebook_business_quantensprung_3d_V2[1]

 

 

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 3. Pricing auf Französisch

Nachdem die Franzosen ja nicht den Ruf haben das freundlichste Volk Europas zu sein, hat sich ein findiger Gastwirt eine ganz spezielle und psychologisch durchdachte Preisstrategie einfallen lassen. Er macht die Preise von der Freundlichkeit der Gäste abhängig. Je freundlicher der Kunde, desto günstiger der Preis. Bei einem unfreundlichen Gast kassiert es so zumindest „Schmerzensgeld“ für den durch die Unfreundlichkeit entstandenen seelischen Stress.

Einsetzen könnte man diese Preisstrategie z.B. auch bei Reklamationen. Je netter und höflicher reklamiert wird, desto größer ist die Chance auf einen Umtausch. Oder nach den sich in letzter Zeit häufenden Attacken (verbal wie physisch) auf Fahrer der Wiener Linien könnte man überlegen die Ticketpreise vom Sanftmut der Fahrgäste abhängig zu machen. Jeder Fahrgast erhält eine Kundenkarte auf der sein persönlicher Freundlichkeits- und Gewaltfreiheitsfaktor vermerkt wird. Für jedes Schimpfwort gibt es Minuspunkte und das U-Bahn Fahren wird teurer. Bei den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten dieser Idee könnte sie sich zum Fixstern am Firmament der Preisstrategien entwickeln. In mein nächstes Seminar zum Thema Preisverhandlung, Preispsychologie und Preisstrategien ist sie jedenfalls schon aufgenommen.

http://temp2.romankmenta.com/blog/

 4. Börsenartiges Pricing

Der Preis für ein Glas Bier bleibt üblicherweise den ganzen Abend über im Stammlokal gleich. Nicht so beim Einsatz der Bierbörsen Software. Hier regulieren quasi im Minutentakt Angebot und Nachfrage den Bierpreis. Je mehr getrunken wird, desto teurer wird es. Der Happy Hour Effekt ist da praktisch fix eingebaut. Gleichzeitig handelt es sich – unterstützt durch die Effekte des Alkohols – um einen sich selbst verstärkenden positiven Kreislauf (zumindest aus der Sicht des Gastwirtes). Der Gast wird zu den ersten Gläsern mittels einem niedrigen Preis motiviert. Daraufhin steigen Blutalkohol und Bierpreis sowie der Kaufwunsch und die Wiederkaufsrate. Der Gast trinkt noch mehr. Dadurch steigen der Alkoholgehalt usw. … ein psychologisch wahrhaft ausgefuchstes System. Die Teilnehmer in Seminaren und Vorträgen sind jedenfalls immer ganz angetan von der Idee.

http://temp2.romankmenta.com/blog/

 5. Pricing á la Samoa

Aufgrund der Tatsache, dass 86 % der Bevölkerung Samoas übergewichtig ist musste die lokale Fluglinie Samoa Air zu radikalen Preisstrategien greifen. Man berechnet dort jetzt die Preise für Flugtickets nach Körpergewicht des Passagiers („Die Welt“ hat dazu hier eine sehr gute Infografik gemacht) und das nicht versteckt, sondern ganz offen. Mit dem Slogan „a kilo is a kilo is a kilo“ wird diese Preisstrategie auf der Homepage ganz aktiv propagiert. „The sky is the limit!“ wird dann auch noch hinzugefügt. Da frage ich mich allerdings, ob jedem Passagier die potenzielle Implikation dieser netten verbalen Zweideutigkeit in vollem Umfang und Gewicht bewusst ist. Ganz egoistisch betrachtet finde ich persönlich diese Preisstrategie phantastisch (ich wiege unter 80 Kg 😉 ). Leider finden meine Vorträge und Seminare meist in Wien, Frankfurt oder Berlin statt und als Keynote Speaker und Referent bereise ich daher meist Länder wie Österreich, Deutschland und die Schweiz. Blöderweise fliegt Samoa Air diese Strecken nicht. Dabei ließe sich auch hierzulande mit dieser Preisstrategie sehr gutes Geld verdienen.

 

Für mehr psychomathematische und praktische Tipps und Informationen „für höhere Preise statt hoher Rabatte“ erhalten Sie im regelmäßigen „Quantensprung Magazin“.

Ihr

Keynote Speaker Roman Kmenta

Roman Kmenta

Autor, Redner und Keynote Speaker

Referent, Vortragsredner Roman Kmenta

Mag. Roman Kmenta ist als Keynote Speaker und Redner in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. Er berät Unternehmen und Unternehmer zu den Themen Verkaufs- und Marketingstrategien für höhere Preise, Honorare und Deckungsbeiträge.
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Fotos: Roman Kmenta, Fotolia

 

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