Schluss mit Lernen

Warum Lernen Ihren Erfolg behindert

Die aktuelle Businesswelt ist fordernd. Ständig poppen neue Tools, Medien, Plattformen, Strategien, Ausbildungen etc. auf und das in einer Geschwindigkeit, die gefühlt zehnmal so groß ist wie noch vor ein paar Jahren. Man muss ständig lernen, um mit dabei zu sein, erfolgreich zu sein.

Sollte man meinen. Und doch ist es erfolgsentscheidend ab einen bestimmten Punkt aufzuhören Neues zu lernen. Auch wenn ich dabei gegen meine eigene Branche, mein eigenes Geschäft spreche.

Neuer Input bringt nicht mehr Erfolg sondern maximal mehr Information. Mehr Information erhöht die Komplexität und verringert die Klarheit. Je mehr Neues Sie lernen, desto größer ist oft Ihre Verwirrung.

Ständig lernen ohne voran zu kommen

Das beobachte ich auch immer wieder bei meinen Klienten und Bekannten. Manche sind ständig dabei etwas Neues zu lernen und kommen dennoch nicht von der Stelle. Manche sind wahre Lern- und Ausbildungsjunkies. Noch ein Buch, noch einen Podcast, noch ein Seminar. Wie ist das bei Ihnen?

Und das hat aus meiner Erfahrung – wenn Sie das betrifft – unterschiedliche Gründe:

Das Neue ist für die Ausübung Ihres Berufes absolut notwendig

Klarerweise muss ein Rechtsanwalt über ein neues Gesetz in seinem Fachbereich Bescheid wissen und ein Architekt über Bauvorschriften. Diese Art von neuem Know How ist notwendig, aber hier nicht gemeint.

Das Neue ist einfach spannend und interessiert Sie

Das ist meiner Meinung nach noch ein harmloser Grund. Neues lernen als Zeitvertrieb, als Hobby, als Freizeitbeschäftigung ist allemal besser als die dritte Wiederholung einer Serienfolge im Fernsehen anzusehen.

Sie brauchen das, um ihren Selbstwert zu stärken

Da sind wir schon bei einem wesentlich heikleren Grund. Vor allem bei allen, die Know How in irgendeiner Form verkaufen ist dieser Grund oft anzutreffen. Viele fügen beständig Ausbildungen zu Ihrem Lebenslauf hinzu, um vor Kunden ihren Preis rechtfertigen zu können. Manche tun das, um das Recht zu haben überhaupt mit dem Kunden zu sprechen bzw. einen Auftrag haben zu wollen … zumindest nach ihrem eigenen Gefühl. Jede Ausbildung bringt ein wenig mehr Selbstwert … aber offenbar nicht genug.

Doch Kunden kaufen keine Lebensläufe, kein Know How, keine Ausbildungen. Wenn es um selbstständige Dienstleistung wie Vorträge, Training, Beratung oder Coaching etwa geht, kaufen Kunden Persönlichkeiten, Marken und Ergebnisse. Dafür wird Geld, manchmal viel Geld bezahlt. Ihre Ausbildungen und Ihr Know How sind dem Kunden egal.

Sie glauben sie brauchen das, um erfolgreich sein zu können

Dieser dritte Grund ist dem zweiten nicht unähnlich, bezieht sich aber mehr auf technische Tools, neue Social Media oder brandheiße Strategien. Nicht, dass neue Tools keinen Fortschritt bringen können. Doch sehr oft wird das Dach für ein Haus gebaut, bevor das Fundament steht.

Wenn ich noch keinen Content zum Verteilen habe brauche ich mich noch nicht in die Feinheiten des Marketing über Pinterest informieren. Wenn ich noch keine Produkte habe, macht es wenig Sinn einen Kurs über Conversion Optimierung zu besuchen.

Oft sind diese Dinge ein Auswuchs von Perfektionismus und bieten eine gute Ausrede dafür nicht beginnen zu müssen.

Wenn nicht lernen, was dann?

„Wenn ich nichts Neues lernen soll, um erfolgreicher zu werden … was soll ich dann tun?“ werden viele jetzt fragen. „Output statt Input“ lautet die Devise. Das Alte umsetzen statt Neues hinzuzufügen. Das, was Sie ohnehin schon wissen, die Basics für Ihr Geschäft ins Laufen bringen. Schluss mit Wissensriese und Umsetzungszwerg.

Umsetzen statt Neues Lernen. Zu Beginn ist Lernen wichtig. Bis zu einem bestimmten Punkt macht es Sinn den Informationsstand und damit die Komplexität zu vergrößern. Doch ab einem bestimmten Punkt müssen Sie die Komplexität verringern und strukturieren und beginnen das Fundament zu bauen.

99 % der Menschen, die ich kenne scheitern nicht an zu wenig Know How, sondern an zu wenig umgesetztem Know How. Wissen macht nicht erfolgreich, umgesetztes Wissen schon.

Machen Coaches, Trainer und Berater dann Sinn?

Sich Coaches, Trainer und Berater zu nehmen, macht sehr viel Sinn. Allerdings nur, wenn Sie diese richtig einsetzen. Sich einen Business Coach zu nehmen, um von ihm Know How zu bekommen, ist oft verschwendetes Geld.

Das Know How können Sie nämlich in den meisten Fällen sehr viel günstiger (oft auch gratis) und einfacher erhalten. Information über beinahe jedes Thema ist 24 / 7 auf Knopfdruck verfügbar. Die aufmerksamen Leser meiner Blogbeiträge und Bücher und die Hörer meines Podcast „Ein Business, das läuft“ erhalten den allergrößten Teil meines Business-Wissens, ohne je mit mir gesprochen zu haben.

Wozu dann einen Business Coach? Um Komplexität wieder zu verringern und zu strukturieren. Um Feedback zu erhalten. Als jemand, der Sie rasch und möglichst ohne Umwege an Ihr Ziel oder eine schönes Stück weiterbringt.

Wie mein Podcast nach Jahren endlich online ging

Oder wie in meinem Fall, nehmen Sie sich einen Business Coach, um endlich Ernst zu machen. Ich selbst habe Jahre mit dem Gedanken an einen eigenen Podcast gespielt, mir unzählige Podcasts angehört. Erst als ich mir Ende 2017 einen Coach – Gordon Schönwälder – zu diesem Thema genommen habe, ist mein Podcast Realität geworden.

Innerhalb von 2 Monaten (und es wäre noch viel schneller gegangen, wenn da nicht Weihnachten dazwischengekommen wäre) waren die ersten 10 Folgen online.

… und auch mein Online-Kurs

Bei meinem online Kurs „Ein Business, das läuft“, der Berater, Trainer und Coaches dabei unterstützt ihr Business auf das nächste Level zu entwickeln, war es ganz genauso. Da hat die Zusammenarbeit mit Online-Kurs-Profi Markus Cerenak dazu geführt, dass ich im November 2017 den Kurs gelauncht habe. Alleine wäre ich noch nicht dort.

Holen Sie sich einen Business Coach daher nicht zum Informieren, sondern nur zum Umsetzen.

Erfolg = Wissen x Kommunikation2

Und hören Sie auf Neues zu lernen. Ich bin überzeugt Sie wissen genug, um sehr erfolgreich sein zu können. Und das, was Sie nicht wissen bzw. können lagern Sie aus. Sie können es sich ohnehin nicht leisten keine Mitarbeiter zu haben, wie hier nachzulesen ist.

Stecken Sie Ihre Zeit in die Umsetzung. Output statt noch mehr Input ist angesagt. Investieren Sie Zeit und Geld Ihr Wissen zu verpacken und zu kommunizieren. Wissen ist die Grundlage, doch erfolgreich werden Sie dann, wenn auch andere davon erfahren.

Viel Erfolg dabei!

Ihr

Roman Kmenta - Keynote Speaker und Autor

Roman Kmenta

PS: Kennen Sie meinen wöchentlichen Podcast „Ein Business, das läuft“ bereits? Hier erfahren Sie mehr.

10 Antworten
  1. Imke Wolf-Doettinchem says:

    Danke für diesen wertvollen Beitrag! Zur Ergänzung: Wenn man dann beim Umsetzen merkt, dass an irgendeiner Stelle noch Wissen oder Kompetenz fehlt, kann man ja eine Lernphase einbauen und genau das lernen, was man für mich erfolgreichere Umsetzung braucht.

    Antworten
  2. Andrea Pfleger says:

    Super Roman, ich kenne auch jede Menge Zertifikatsammler. Gekocht wird trotzdem mit Wasser.
    Ich habe die Überlegung angestellt, ob ich als KOmmunikationstrainerin digitalisierbar bin. NEIN, weil es nicht um das Wissen sondern um die Umsetzung geht.
    Warum hift das lesen unzähliger Bücher nicht, weil das TUN nicht inkludiert ist.
    Lese gerne deine Kommentare, weil sie mich zum Schmunzeln bringen.
    Erfolgreiche Zeit!

    Antworten
  3. Hans D. Schittly says:

    Genau richtig! Mangelnde Umsetzung ist das größte Problem. Deshalb haben wir 24-7coach entwickelt. Hier werden in Video-Sequenzen richtige und falsch Verhalten verglichen und der virtuelle Coach liefert die Begründung warum richtig richtig und falsch eben falsch ist. Nur so können eigene Verhaltensmuster geändert werden. Jeder kann jederzeit und überall trainieren. http://www.24-7coach.de

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  4. Karin Sebelin says:

    Lieber Herr Kmenta,

    sehr interessanter Standpunkt … so noch nicht gehört …

    Folgendes würde ich nicht so stehen lassen:

    „Doch Kunden kaufen keine Lebensläufe, kein Know How, keine Ausbildungen. Wenn es um selbstständige Dienstleistung wie Vorträge, Training, Beratung oder Coaching etwa geht, kaufen Kunden Persönlichkeiten, Marken und Ergebnisse. Dafür wird Geld, manchmal viel Geld bezahlt. Ihre Ausbildungen und Ihr Know How sind dem Kunden egal.“

    Im Leben und bei der Entscheidungsfindung geht es sicherlich um eine gute Positionierung als Marke, als Persönlichkeit und gute Ergebnisse verkaufen sich besser.

    Allerdings sollte man schon ein gewisses Know How mitbringen, und sich lebenslang weiterbilden.

    Sonst kann man auf dem Markt nicht mehr mitreden und nicht mehr konkurrenzfähig sein.
    Und man ist dann schnell weg vom Fenster.

    Warum wir mit Lernen Schluss machen sollten, sehe ich nicht ein und leuchtet mir auch nicht ein!

    Besten Dank für die Inspirationen durch Ihren Artikel und lieben Gruß

    Karin Sebelin

    Antworten

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Autor, Berater und Keynote Speaker

Mag. Roman Kmenta - Keynote Speaker, Autor, Trainer und Berater

Mag. Roman Kmenta ist als Keynote Speaker und Redner international tätig. Er berät Unternehmen und Unternehmer zu den Themen Verkaufs- und Marketingstrategien für höhere Preise, Honorare und Deckungsbeiträge. Roman Kmenta folgen auf Facebook, Twitter, XING, Google+, LinkedIn Fotos: pexels.com, Roman Kmenta

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